Getzner Textil hat Geschäftsvolumen 2014 um ein Viertel gesteigert

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19.06.2015 Vorarlberg Textil (Quelle: Wirtschaftspresseagentur)

Millioneninvestitionen in Bludenz und an den ausländischen Standorten – Vorstand Heribert Vonbrüll hat das Unternehmen verlassen – ehemaliger Linz-Textil-Geschäftsführer Alexander Hofstadler übernimmt seine Agenden

Bei Getzner Textil in Bludenz stehen millionenschwere Investitionen an.

Bludenz (Wirtschaftspresseagentur.com) – Die Getzner Textil AG hat im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 181,8 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Plus von 25 Prozent gegenüber 2013, wie Vorstandsvorsitzender Josef Lampert in einer Presseaussendung bekannt gab. Dieses Umsatzplus muss vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die Bludenzer Textilfirmengruppe bereits 2013 das Geschäftsvolumen um etwa 20 Prozent gesteigert hat. Detailzahlen zur Ertragssituation wurden nicht bekannt gegeben. Nur so viel: „2014 war das erfolgreichste Geschäftsjahr seit der Gründung von Getzner Textil.“

Sehr erfolgreich würde sich vor allem der Geschäftsbereich „Afrika-Damaste“ entwickeln. „Mit unseren Produkten liegen wir qualitativ unangefochten an der Spitze“, so Lampert. Man habe sich als eindeutiger Marktführer im westafrikanischen Raum positioniert. Die Gründe für diese Entwicklung würden in einer „kompromisslosen Umsetzung“ der beschlossenen strategischen Maßnahmen liegen. Dabei gehe es um technologischen Vorsprung und kreative Einzigartigkeit. Dazu kommen eine intensive Kundenbetreuung und maßgeschneiderter Service, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Im Geschäftsbereich „Hemdenstoffe“ gebe es aufgrund der sich ändernden Marktanforderungen eine konzeptionelle Neuausrichtung. So werde die Produktion für Hemdenstoffe in Bludenz konzentriert, um Kunden noch schneller und flexibler bedienen zu können. Zudem werde die Produktionskapazität der Weberei Russikon (CH) für den Jacquard-Bereich durch 24 neue Webmaschinen auf dann 80 entsprechende Anlagen erweitert.

Schweizer Handelsagentur in Gossau übernommen

Als neues Standbein neben Afrika-Damasten und Hemdenstoffen wolle man die Entwicklung technischer Gewebe weiter ausbauen. Bei der Tochterfirma TFE Textil GmbH in Bludenz besitze man mittlerweile 100 Prozent der Anteile (zuvor 75%). Darüber hinaus habe Getzner Textil im Dezember 2014 die Schweizer Handelsagentur Klingler Textil AG mit fünf Mitarbeitern in Gossau übernommen, sagte Lampert. Damit wolle man das Produktmanagement und den Vertrieb technischer Gewebe weiter forcieren. Die technischen Gewebe werden bei TFE Textil GmbH in Bludenz und bei der ebenfalls zur Getzner-Gruppe gehörenden Weberei Meyer-Mayor AG in Gossau produziert. Aufgrund des Schweizer-Franken-Kurses habe man einen Teil der Webkapazitäten von der Schweiz nach Bludenz verlagert.

Am Produktionsstandort Gera (D) wurde im Februar 2015 mit dem Bau einer neuen Produktionshalle für 180 Jacquard-Webmaschinen und einer eigenen Zettlerei und Schlichterei begonnen. Die Fertigstellung sei für November 2015 geplant. Zwischen 2016 und 2017 soll der bestehende Standort in Gera erneuert und mit weiteren 50 Webmaschinen für technische Gewebe ausgestattet werden.

Millionenschwere Investitionen in Bludenz

Doch damit nicht genug. Denn auch am Stammsitz in Bludenz steht bei Getzner Textil ein millionenschweres Investitionsprogramm auf dem Plan. Wie Lampert sagte, sollen allein schon heuer rund 14 Millionen Euro für die Verbesserung der Infrastruktur zur Optimierung des Produktionsdurchlaufes sowie für die Erneuerung und Ausweitung des Maschinenparks investiert werden. Dazu komme eine weitere Verbesserung des Leistungsangebotes. Ein Teil dieser Investitionen sei bereits für den rund 400 Quadratmeter großen Neubau und die Ausstattung der Lehrlingswerkstätten für Metall- und Elektrotechniker verwendet worden.

Erweiterung ab Spätherbst 2015: 40 Millionen Euro werden investiert

Der richtig große Brocken kommt in Bludenz allerdings ab dem Spätherbst 2015. Denn dann beginne man mit der Erweiterung der Produktionsflächen um mehr als 14.000 Quadratmeter. Derzeit laufen diesbezüglich die Planungen, sagte Lampert. Dazu komme dann ein neuer Maschinenpark für die Veredelung der Gewebe. Um diese Erweiterung umsetzen zu können, habe man vom Mutterunternehmen Getzner, Mutter & Cie ein rund 12.500 Quadratmeter großes Grundstück südlich, gleich anschließend an den Stammsitz, erworben. Lampert beziffert allein das Investitionsvolumen für diese Erweiterung mit bis zu 40 Millionen Euro.

Durch die genannten Investitionsprojekte soll der Mitarbeiterstand von Getzner Textil von derzeit 920 Beschäftigten (750 in Vorarlberg) auf dann etwa 1.100 Mitarbeiter steigen. In Vorarlberg sollen dadurch etwa 30 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, so der Getzner-CEO gegenüber der Wirtschaftspresseagentur.com auf Nachfrage.

Wechsel in der Geschäftsführung

Eine Änderung gibt es unterdessen in der Geschäftsführung. Denn der bisherige Vorstand Heribert Vonbrüll, der seit Jahren bei Getzner Textil in der Geschäftsleitung tätig ist, habe das Unternehmen per Ende Mai 2015 auf eigenen Wunsch und aus privaten Gründen verlassen. Seine Agenden Marketing/Vertrieb Hemd und technische Textilien habe per 4. Mai 2015 Alexander Hofstadler übernommen, der zuvor als Geschäftsführer bei Linz Textil tätig gewesen ist. Die Geschäftsleitung von Getzner Textil besteht nunmehr aus dem Vorstandsvorsitzenden Josef Lampert und Vorstand Rolf Gottmann (seit 1.1.2015; Technik, Produktion) sowie den Geschäftsleitungsmitgliedern Wolfgang Kunze und dem erwähnten Alexander Hofstadler. In der erweiterten Geschäftsleitung sitzt dann eine ganze Reihe von Getzner-Managern, unter anderen Roland Comploj, der Sohn von Georg Comploj. (gübi)

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